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Meine Glühwürmchenseite

Insekten mit Biolumineszenz gibt es zum Glück nicht nur in tropischen Ländern. Vor Allem im Juni kann man auch in Deutschland Leuchtkäfer beobachten. Dies ist oft nicht einfach, da die wachsende Umweltverschmutzung durch Licht kaum noch halbwegs dunkle Ecken mit ungestörten Beobachtungsmöglichkeiten bietet. In Deutschland werden die Leuchtkäfer (Lampyridae) durch drei Arten repräsentiert. Das sind Lampyris noctiluca (das eigentliche Glühwürmchen), Lamprohiza splendidula (das Johanniswürmchen) und Phosphaenus hemipterus. Bei allen drei Arten sind die weiblichen Tiere flugunfähig. Die Männchen sind flugfähig und zeichnen sich durch ihren mit pigmentlosen Fenstern versehenen Halsschild aus. Allerdings leuchten die Männchen von Lampyris noctiluca nicht. Ein fliegender Leuchtkäfer ist also mit einiger Sicherheit ein Lamprohiza splendidula Männchen. Die Larven der Glühwürmchen schlüpfen Ende August aus dem Ei und beginnen Jagd auf Gehäuseschnecken (ihre Hauptnahrungsquelle) zu machen. Nach der Überwinterung und insgesamt 5 Häutungen sind sie ausgewachsen (2-2,5 cm) und verpuppen sich (Anfang Juni). Nach 8-11 Tagen Puppenruhe (meist in der zweiten Junihälfte) schlüpfen schliesslich die erwachsenen Käfer, die keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Lampyris Weibchen konnte ich noch bis mitte September beobachten, Larven noch bis Anfang Oktober. Schon die ungelegten, noch im Käferweibchen befindlichen Eier leuchten schwach. Aus diesen Eiern schlüpfen Larven die zwei kleine Leuchtorgane auf dem 8. Abdominalsegment besitzen und die kontinuierlich ein schwaches Licht abstrahlen, selbst während der Winterruhe. Dass Glühwürmchen ihr Licht bei der Partnersuche einsetzen ist eine einleuchtende Hypothese und durch Experimente belegt, aber wozu nützen Larven oder Eier ihr Licht ? Gute Internetseiten zur Biologie der Glühwürmchen findet man unter http://www.gluehwuermchen.ch/lampyris.html

sowie unter http://www.geocities.com/millenpopille/glow/ und http://www.lampyridae.de.vu

Die unten abgebildeten Leuchtkäfer wurden größtenteils in unserem Garten in Rudolstadt beobachtet und gefangen. Die Bilder wurden mit einer Nicon Coolpix 4500 aufgenommen.

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Dieses Bild zeigt ein Weibchen das sich unter einem Blatt versteckt hat. Nach oben wird das Licht zwar abgeschirmt, aber von der Seite ist es gut zu sehen.




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Das Bild zeigt ein flugunfähiges Lampyris noctiluca Weibchen in einer Nahaufnahme. Das Licht ist beträchtlich und kann nur langsam abgestellt werden.



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Hier sieht man das Weibchen auf dem Rücken liegen und bei etwas hellerem Licht. Deutlich sind die durchsichtigen Segmente des Abdomens zu sehen in denen die Luciferin/Luciferase Reaktion abläuft. Das Insekt ist etwa 2 cm groß.

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Dies ist das Johanniswürmchen, ein männlicher, flugfähiger Lamprohiza splendidula Käfer. Die Länge beträgt etwa 1 cm. Die Tiere sind sehr zart und empfindlich. Da sie deutlich beweglicher und schneller sind als die Weibchen oder die Larven, ist es schwierig gute und scharfe Nahaufnahmen zu machen.

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Dies ist das obige Männchen von der Unterseite fotografiert. Man sieht wieder die durchsichtigen Fenster im Abdomen für die Lichterzeugung. Männchen können ihr Licht relativ schnell an und wieder abschalten, insbesondere wenn sie sich gestört fühlen. Deutlich zu sehen sind auch die pigmentlosen Fenster des Halsschildes.

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Die Männchen von Lamprohiza splendidula werden häufig in Spinnennetzen gefangen. Obwohl das photographierte Exemplar schön völlig eingewickelt in der Spinnenvorratskammer hing, hat es noch kräftig geleuchtet.
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Auch dieses Exemplar habe ich, von einer Spinne gefesselt an einen Grashalm, vorgefunden
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Hier ist es mir erstmals gelungen eine Paarung von L.splendidula zu beobachten. Am 04.07.2008 war praktisch schon das Ende der Flugzeit erreicht. Außer diesem Pärchen habe ich nur noch einzelne Weibchen gefunden.



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Ein Weibchen von Lamprohiza splendidula vom Anfang Juli 2004


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Dies ist eine Nachtaufnahme von Lamprohiza splendidula an ihrem natürlichen Standort. Auf Grund der Bewegung des Tierches leider etwas unscharf. Das Muster der Lichterzeugung unterscheidet sich deutlich von L. noctiluca






Das Bild zeigt eine Aufnahme L.splendidula vom 5.7.2005



. Das ist eine Nachtaufnahme von L. noctiluca in der typischen Rückenhaltung. Deutlich sind die transparenten Segmente im Abdomen zu sehen in denen die Lichterzeugung abläuft

Auch diese Aufnahme ist vom Juli 2005. L.noctiluca und L.splendidula Weibchen. Beide kommen im selben Biotop (Burgruine Wiedersberg Vogtl.) vor und wurden nur wenige Meter voneinander entfernt gefunden.
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Die Larve eines
Lampyris noctiluca Glühwürmchens. Gefunden am
1. 10.
2003






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Die selbe Larve auf dem Deckel meines Laptop kriechend. Länge ca 3 cm


Natürlich habe ich die Tiere nach dem Fotografieren wieder in Freiheit gesetzt und auch sonst sehr vorsichtig und schonend behandelt. Ich möchte ja schliesslich auch im nächsten Jahr wieder Glühwürmchen in meinem Garten fliegen sehen. Außerdem ist es nicht nett andere Lebewesen bei der Partnersuche oder gar bei der Paarung zu stören, oder ?


Der Deutsche Verband für Landschaftspflege, Landesarbeitsgemeinschaft Sachsen führt zusammen mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz (Projektleitung), dem Arbeitskreis Entomologie im NABU Landesverband Sachsen und dem Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt das Projekt "Wo tanzt das Glühwürmchen?" durch. Das ist eine Suchaktion in Sachsen, die ihren Beitrag zur Verbesserung der Kenntnisse über diese Art leisten soll. Zu diesem Zweck werden interessierte Bürger aufgefordert ihre Funde und Beobachtungen zu melden. Ein entsprechendes Meldeformular kann online ausgefüllt oder auch als Druckversion verschickt werden.


Literatur: Dr. Hans-Eckhard Gruner, Leuchtende Tiere, Die neue Brehm-Bücherei, A. Ziemsen Verlag, Wittenberg 1954