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allgemein: Abgabe der Energie eines angeregten Zustandes als Licht beim Übergang in den Grundzustand. Alle Prozesse haben die "kalte" Aussendung von Licht gemeinsam, d.h. sie leuchten nicht durch Erhitzen bis zum Glühen. (lat. lumen = Licht). Die Weltweiten Aktivitäten auf dem Gebiet der Biolumineszenz und Chemilumineszenz werden von der "International Society of Bioluminescence and Chemiluminescence" koordiniert.
| Je nach Erzeugung des angeregten Zustandes unterscheidet man: | Beispiele: | |
| Biolumineszenz (Bl) | chemische Reaktionen in lebenden Organismen bei denen Licht erzeugt wird | Biolumineszenz |
| Chemilumineszenz (CL) | Eine vorgelagerte chemische Reaktion erzeugt ein Molekül im angeregten Zustand | Peroxyoxalat CL,Oxidation von Luminol oder Lucigenin mit Wasserstoffperoxid, Zerfall von 1,2-Dioxetanen, Mitscherlich Probe |
| Elektrolumineszenz | Lumineszenz nach Anlegen eines elektrischen Feldes | Bestimmte Konjugierte Polymere leuchten beim Anlegen einer elektrischen Spannung |
| Kristallolumineszenz | Bei der Kristallisation freiwerdende Energie wird teilweise als Licht abgestrahlt | Kristallisation des kubischen Arsentrioxids aus Wasser oder Salzsäure |
| Photolumineszenz | ||
| Fluoreszenz Anregung eines Moleküls durch Licht, beim Übergang vom angeregten Singulett- in den Grundzustand wird Licht abgestrahlt |
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (z. B.
Anthracen), Geldscheine, Tonic (Chinin), (von G. G. Stokes nach der Leuchterscheinung bei Fluorit (CaF2), die eigentlich Phosphoreszenz ist, benannt) |
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| Phosphoreszenz Anregung eines Moleküls durch Licht, beim Übergang vom angeregten Triplett- in den Grundzustand wird Licht abgestrahlt (benannt nach dem Leuchten des weißen Phosphors (welches aber keine Phosphoreszenz ist). |
Calciumsulfid &
lumineszierende Mineralien, Phosphoreszenz bringt z.B. Monitore
zum Leuchten, Leuchtzifferblätter, Wichtiger Leuchtstoff ist dotiertes Zinksulfid |
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| Radiolumineszenz (Thermolumineszenz) | Bestimmte Kristalle speichern die Energie von ionisierender Strahlung; durch Erwärmen unterhalb der Glühtemperatur erfolgt die Freisetzung der gespeicherten Energie als Licht | Wegen der kontinuierlichen kosmischen Strahlung kann man das Alter von Keramiken (nach dem Brennen alles im Grundzustand) auf diese Art bestimmen. Einen Versuch zur Thermolumineszenz von Flußspat findet man auf der Seite: Lumineszenz von Mineralien, |
| Tribolumineszenz | Aussenden von Licht bei Einwirken von mechanischer Energie z.B. beim Zerreiben von Kristallen | Triethylammonium-tetrakis-(dibenzoylmethano)-europat
(III), Uranylnitrathexahydrat, Pentadecylpara-tolylketon (griech. tribein = reiben), |
| siehe auch: Chemische Formel | ||
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Viele Organismen der Tiefsee erzeugen Licht durch biochemische
Reaktionen. Die Reaktionsmechanismen und Licht emmittierenden Moleküle
sind in vielen Fällen noch nicht bekannt. Einige Tiefseefische leben
in Symbiose mit Bakterien die die Lichterzeugung übernehmen.
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Die Bilder stammen von der Bioluminescence
Web Page (von Steven Haddock). Informationen über die
abgebildeten Organismen finden Sie unter dem Abschnitt "Photos of Luminous
Organisms." Sie zeigen typische Vertreter von Meeresorganismen die
Biolumoineszenz zeigen können, aber nicht die Biolumineszenz dieser
Lebewesen selbst. Genauere Informationen über die Biolumineszenz von
Quallen und den Zusammenhang mit dem "Grün Fluoreszierenden
Protein" kann man auf der Homepage von
Claudia
Mills von den Friday Harbor Laboraties (University Washington)
erhalten.
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Die Bilder wurden während einer Expedition ins Innere Brasiliens von
meinem Freund Cassius
Vinicius Stevani (Universität Sao Paolo) aufgenommen
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Unter Insekten ist die Biolumineszenz nicht sehr weit verbreitet. Hier in Europa ist es das Glühwürmchen (Lampyris noctiluca) welches in warmen Frühsommerächten leuchtet. In Nord- und Mittelamerika leuchtet die Feuerfliege (Photinus pyralis) und in Südamerika, der Karibik und anderen Ländern in den Tropen verschiedene Arten der Gattung Phengodidae. Die Biolumineszenz von Käfern ist relativ gut untersucht. Alle Käfer erzeugen Licht auf die selbe Art und Weise. Die Startsubstanz ist das Luciferin I, welches enzymatisch oxydiert wird. Luciferin hat auch einer ganzen Klasse von Verbindungen den Namen gegeben, den Luciferinen. Analog verhält es sich mit der Luciferase die auch namensgebend für die ganze Klasse der Luciferasen war. Also Vorsicht! Nicht jedes Luciferin enthält auch das Luciferin und nicht jede Luciferase enthält auch die Luciferase! Im Allgemeinen wird für die Lichterzeugung folgender Reaktionsmechanismus angegeben, bei dem eine Carbonsäure (das Luciferin) mit einem Enzym (der Luciferase) reagiert.

Die Firefly-Lumineszenz hat in den letzten Jahren eine außerordentlich große Bedeutung erlangt. Zur Zeit zeichnen sich 4 Einsatzgebiete ab die hier getrennt aufgeführt werden, sich aber teilweise überschneiden:
Luciferase kann aus den Körpern der amerikanischen Feuerfliege isoliert werden. Getrocknete "Fireflies" sind eine Handelsware und werden für etwa 31 pro 1 g angeboten. Es gibt auch nur die Laternen oder getrocknetes Laternenpulver, je nach dem was man will. Die gelbe Farbe kommt wahrscheinlich vom Luciferin - Anion.
Das Luciferin wird im allgemeinen totalsynthetisch hergestellt. Ausgangsstoff ist das 4-Methoxy-2-ammino-benzothiazol VIII. Mit Natriumnitrit und unter sauren Reaktionsbedingungen erhält man daraus das Diazoniumsalz IX. Dieses wird nach Sandmeyer mit einem KCN/CuCN Gemisch umgesetzt. Das Problem besteht darin, dass unter den sauren Reaktionsbedingungen, die das Diazoniumsalz braucht, Blausäure freigesetzt wird. Dies wird, zumindest teilweise, durch eine hohe Konzentration an Natriumhydrogencarbonat in der KCN Lösung verhindert. Trotzdem benötigt man einen riesigen Überschuß an Cyanid um einigermaßen vernünftige Ausbeuten an Nitril X zu erhalten. Im nächsten Schritt wird der Methylether gespalten. Dies geschieht am Besten indem man das Nitril X zusammen mit Pyridinhydrochlorid bei 220 °C etwa 2 h schmilzt. Je nach Qualität des Ausgangstoffes X und präparativem Geschick wird ein mehr oder weniger sauberes Produkt XI erhalten, das nur noch mit D-Cystein zum fertigen Luciferin XII umgesetzt werden muss. Diese Synthesesequenz ist nicht allzu kompliziert und kann von einem Studenten im Hauptstudium ohne weiteres bewältigt werden, wenn man sich traut mit großen Mengen Cyanid zu arbeiten.
1. E.H. White, E. Rapaport, H. A. Seliger, Th. A. Hopkins; The Chemi- and Bioluminescence of Firefly Luciferin: An Efficent Chemical Production of Electronically Excited States; Bioorganic Chemistry 1(1971) 92-122
2. Y. Toya, M. Takagi, H. Nakata, N. Suzuki, M. Isobe, T. Goto; A Convienent Synthetic Method of 2-Cyano-6-methoxybenzothiazole,-A Key Intermediate for the Synthesis of Firefly Luciferin; Bull. Chem. Soc. Jpn., 65 (1992) 392-395
3. V. R. Viviani, J. H. Bechera; Bioluminescence and Biological Aspects of Brazilian Railroad- Worms (Coleoptera: Phengodidae); Ann. Entomol. Soc. Am. 90 (1997)389-398
4. D. Weiss, R. Beckert, K. Lamm, W. J. Baader, E. J. H. Bechera, C. V. Stevani; Playing with Luciferin - New Results on the Chemistry of a Well-Known Molecule; "Bioluminescence & Chemiluminescence" World Scientific, 2000