
Hinweis zu Oxidationsmitteln: Normalerweise wird die Chemilumineszenz von Luminol in einer alkalischen Wasserstoffperoxid Lösung durchgeführt. Das ist mitunter unpraktisch, vor allem wenn man Schauexperimente und Vorlesungsversuche in grösserem Maßstab durchführen will. Auch wenn man mit Schülern oder anderen Nichtchemikern arbeitet und sie selbst experimentieren lassen möchte, sollte man auf Wasserstoffperoxid verzichten. Eine echte Alternative bilden hier handelsübliche, feste Peroxidmischungen. Diese findet man unter der Bezeichnung "Oxidationsmittel auf Sauerstoffbasis" in Vollwaschmitteln und vor allem in Gardinenbleichmitteln. Für meine Versuche verwende ich normalerweise "Sunil®" oder "Beckmanns Gardinenweiß®". Beide Substanzen enthalten Percarbonat als Peroxidquelle und reagieren in wässriger Lösung alkalisch. Es bedarf daher auch keiner zusätzlichen Laugenzugabe.
1: Luminol Stammlösung mit Sunil®: 12 g Sunil werden in 100 ml Wasser bei Raumtemperatur gerührt. Es entsteht eine milchig trübe Suspension. Zu dieser Suspension gibt man 300 mg Luminol (1,7 mmol) und rührt weitere 10 min. Je nach Qualität des eingesetzten Luminols erhält man eine milchig weiße bis milchkaffeefarbene Suspension. Sie ist über mindestens 12 h lagerstabil und kann für die meisten Demonstrationsversuche verwendet werden.
2: Luminol Pulvermischung mit Beckmanns Gardinenweiß®: Hierfür werden 10 g Gardinenweiß mit 500mg Luminol gut gemischt. Das dabei erhaltene Pulver ist bei trockener Lagerung monatelang haltbar. Gardinenweiß enthält neben 30 % Percarbonat auch noch hoch reichlich Optischen Aufheller. Dieser scheint die Luminol Chemilumineszenz als Sensibilisator zu verstärken.
Hämin als Katalysator für die Luminol Chemilumineszenz ist ein echter Klassiker. In diesem Versuch
geht es darum die untere Nachweisgrenze für Hämin in etwa abzuschätzen. Dazu stellt man eine Verdünnungsreihe her. Ich habe 12 mg Hämin
(0,018 mmol)zusammen mit einer Spatelspitze Natriumcarbonat in 10 ml Wasser gelöst. Jeweils 1 ml der Luminol/Sunil Stammlösung
wurde in ein Reagenzglas gegeben und mit 5 ml Wasser aufgefüllt. Dazu wurden wurden 0.05 ml, 0.1 ml, 0,2 ml, 0.4 ml, 0.8 ml und 1,6 ml
der Häminlösung gegeben und der Raum verdunkelt. Selbst bei 0,05 ml Häminlösung, das enspricht 0,06 mg Hämin ist ein deutliches blaues
Leuchten zu beobachten.
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Eine Spatelspitze der Pulvermischung wurde in ca 2 ml Wasser gelöst und über eine abgeschnittene Scheibe
einer Meerrettichwurzel
gegossen. In einem dunklen Raum kann man sofort eine sehr helle Chemilumineszenz beobachten. Dies ist ein schönes Experiment für abendliche
Partys. Viele Gemüse enthalten Peroxidasen und sind in der Lage die Luminol Chemilumineszenz zu katalysieren (z. B. Kohlrabi und Radieschen),
man muss es nur mal ausprobieren. |
Man nimmt ein Stück weißen Stoff, z. B. von einem Bettlaken und tränkt dieses mit Wasser dem man etwas
Reinigungsmittel mit Hypochlorit (z. B. DanKlorix®) zugesetzt hat. Das Tuch lässt man etwas abtropfen und hängt es schön breit auf.
Dann füllt man die Luminol/Sunil Lösung in eine Sprühflasche, löscht das Licht und besprüht das Tuch mit der Luminollösung.
Jeder Tropfen der auf das Tuch trifft, erzeugt einen blauen Lichtblitz. Es entsteht ein wahrer Luminol-Sternenregen.
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Da DanKlorix und Gardinenweiß typische Haushaltschemikalien sind, kann man Versuche damit auch zu Hause machen.
Als Labor dient das Bad und als Reaktionsgefäß das WC. Zunächst gibt man etwas DanKlorix in das Klobecken. Dann löscht man das Licht gibt eine
Luminol/Sunil oder Luminol/Gardinenweiß Lösung dazu. Man wird mit einem schönenen Leuchtenden WC Becken belohnt. Ein Video dazu gibt es bei youtube
unter dem Suchwort Leuchtendes Klo.
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Auch über 100 Jahre nach seiner Entdeckung ist Luminol immer noch eine interessante Substanz, die für vielerlei Zwecke Einsetzbar ist. Selbst die Synthese bietet noch Potential für Verbesserungen. Mit unseren heutigen Kenntnissen und Möglichkeiten lassen sich noch viele schöne Experimente durchführen. Man braucht nur ein bisschen Phantasie.
1. A. J. Schmitz, Diss. Heidelberg 1902
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